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Mit Monstranz und Kelch - Kirchentag setzt ökumenisches Zeichen

2001-06-14

Frankfurt/Main, Germany (dpa) - Der katholische Limburger Bischof Franz Kamphaus steht im Mittelpunkt der ökumenischen Prozession an Fronleichnam auf dem Evangelischen Kirchentag in Frankfurt. Er steht unter einem von vier Männern getragenen Baldachin, in den Händen hält er die goldene Monstranz, in der sich eine geweihte Hostie - nach katholischem Glauben der Leib Christi - befindet. Neben dieser Pracht fällt Peter Steinacker, der Präsident der evangelischen Kirche von Hessen und Nassau, mit seinem kleinen Abendmahlskelch kaum auf. Bei den vielen evangelischen Zaungästen ist Murren zu hören, "Das ist aber furchtbar katholisch", meint einer.

Die Prozession nahm ihren Anfang in vier Innenstadt-Kirchen, in denen zuvor katholische und evangelische Gottesdienste gefeiert wurden. Kirchentagspräsident Martin Dolde steuert die Bibel und Kapuzinerpater Christophorus Goedereis das Kreuz für den feierlichen Zug bei. An der Spitze zeigt ein goldenes Prozessions-Kreuz und ein Weihrauchschwenker den rund 2500 Gläubigen den Weg.

Bei der Ökumenischen Segensfeier auf dem Römer beklatschten die rund 6000 Besucher jede kritische Anmerkung über die Trennung der Konfessionen. Steinacker appellierte an die Christen, trotz aller Wunden in der Vergangenheit das Ziel einer gemeinsamen Abendmahlsfeier nicht aus den Augen zu verlieren. Besonders viel Applaus erhielt der katholische Stadtdekan von Frankfurt, Raban Tilmann, für seine Bitte, die Wunden der Trennung zu heilen. Die evangelische Pröpstin Helga Trösken nannte es einen Skandal, "dass wir beim Abendmahl, wo wir am tiefsten verbunden sein sollten, am tiefsten getrennt sind". Die Konfessionen müssten ihre "kleinkarierten Theologien" hinter sich lassen und "die von Jesus gewollte Ökumene" verwirklichen.

Vor dem Agape-Mahl am Ende des Segensfeier mussten die Monstranz und der Kelch die Bühne verlassen. Sie wurden von Delegationen in ihre Kirchen zurückgebracht. Erst dann konnten die Fladenbrote im Publikum verteilt werden. Demonstrativ mischten sich Steinacker und Kamphaus unter das Volk und brachen das Brot.

Als bewegendes Zeichen der Ökumene bezeichnete Steinacker die Veranstaltung im Anschluss. Die Monstranz sei entfernt worden, um jede Verwechslung mit einem Abendmahl auszuschließen. Dies diene vor allem dem Schutz des katholischen Bischofs, da der Vatikan jede gemeinsame Eucharistie strikt untersage. "Und hier haben sehr viele Augen genau beachtet, was passiert", sagte der Kirchenpräsident.

 

 

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