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Lektion 3
Johannes Calvin, die Reformation in Genf und die
Anfänge der Reformation in Frankreich
(Druckversion) (Forum
zum Grundkurs)
1. Johannes Calvin, der Despot aus Genf?
2. Kindheit und Studienjahre (1509 - 1535)
3. Wann fand Calvins Bekehrung zur Reformation statt?
4. Vom ersten zum zweiten Genfer Aufenthalt (1536 - 1541)
5. Der Aufbau der Genfer Kirche
6. Einige theologische Akzente
7. Der Prozess Michael Servet
8. Calvins letzte Jahre
9. Theodor Beza - Nachfolger Calvins
10.Die Entwicklung der reformierten Kirche in Frankreich
bis 1598
10. Die Entwicklung der reformierten
Kirche in Frankreich bis 1598
1598 verkündet Frankreichs Heinrich IV. das Edikt
von Nantes, das den reformierten Christen in Frankreich Gleichberechtigung
gewährt und gestattet, Gottesdienste an den meisten Orten zu feiern.
Vorangegangen waren diesem Edikt seit 1562 acht Religionskriege.
Etwa ab dem Jahre 1535 verbreitet sich die reformierte Lehre in Frankreich.
Es entstehen Gemeinden, zu denen sich Gläubige zusammenfinden. Das
Vorhandensein der Genfer reformierten Kirche unter Führung des Franzosen
Calvin führt dazu, dass sich die Evangelischen Frankreichs immer
mehr nach Genf orientieren. 1559 tritt die Nationalsynode in Paris zusammen,
die ein Glaubensbekenntnis (Confession de Foy) und eine Kirchenordnung
(Discipline ecclesiastiques) verabschiedet und damit der Kirche ein Gefüge
gibt. Bis 1562 ist etwa ein Drittel der französischen Bevölkerung
evangelisch.
Jedoch leben die evangelischen Gemeinden von Anfang an unter schwierigen
Bedingungen, weil sie in politische Zwistigkeiten verwickelt wurden. So
beherrscht die Rivalität zwischen den (katholischen) Herzögen
de Guise und den (evangelischen) Prinzen de Condé etwa ein halbes
Jahrhundert das Geschehen; in den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen
den Katholiken und den Hugenotten, wie die französischen Evangelischen
genannt werden (die Herkunft des Namens ist nicht sicher), geht es also
nicht nur um die Religion. Die Könige sind in diesen Konflikten zumeist
auf der Seite der Stärkeren. Und das sind bis 1585 zumeist die Katholiken,
danach wendet sich das Blatt ein wenig. Neben kleineren Versuchen, das
Nebeneinander beider Glaubensrichtungen zuzulassen, stehen Grausamkeiten
und zahlreiche Massaker, unter denen die Bartholomäusnacht von 1572
herausragt, wo ein großer Teil des evangelischen Adels ermordet
wird. Insgesamt kommt bei den Auseinandersetzungen und Kriegen der katholischen
Mehrheit ein deutlich größeres Maß an Ungerechtigkeiten
zu, obwohl man auch sagen muss, dass die Verteidiger oft vor Gewalt nicht
zurückschrecken.
1589 wird Heinrich von Navarra der neue König Heinrich IV. Er stammt
aus hugenottischen Kreisen, ist aber politischen Gründen 1593 zum
Katholizismus übergetreten. Durch militärisches und diplomatisches
Geschick bringt er die verfeindeten Parteien hinter sich und beendet dadurch
die Religionskriege. Am 13. April 1598 verkündet er das Edikt von
Nantes, das die rechtliche Grundlage für die Existenz des reformierten
Kirchentums in Frankreich bildet. Erst 87 Jahre später wird es durch
Ludwig XIV. im Edikt von Fontainebleau aufgehoben (dazu
mehr in Lektion 5 des Grundkurses).
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